Wer im Homeoffice einen Bürostuhl braucht, kauft ihn in den meisten Fällen selbst — anders als im klassischen Büro ist das nicht automatisch Sache des Arbeitgebers. Wir erklären, wann eine Kostenübernahme rechtlich vorgeschrieben ist, was du steuerlich geltend machen kannst, und welche Modelle sich für welches Budget lohnen.
Quick Answer: Ob dein Arbeitgeber einen Bürostuhl fürs Homeoffice stellen muss, hängt von der Vertragsform ab: Bei einem fest vereinbarten Telearbeitsplatz greift die Arbeitsstättenverordnung voll, bei freiwilligem mobilem Arbeiten gilt sie nicht. Die meisten Homeoffice-Nutzer kaufen deshalb selbst — und können den Stuhl als Arbeitsmittel von der Steuer absetzen, zusätzlich zur Homeoffice-Pauschale von 6 € pro Tag (max. 1.260 € im Jahr). Für die meisten Budgets ist der SIHOO Doro C300 (ca. 210–290 €) inzwischen die günstigste gute Wahl — der Hbada E3 Air (ab ca. 329 €) hat das alte, noch günstigere Basismodell abgelöst.
Wer zahlt den Bürostuhl fürs Homeoffice — du oder der Arbeitgeber?
Rechtlich entscheidend ist, ob dein Homeoffice ein Telearbeitsplatz oder mobiles Arbeiten ist. Nach der Arbeitsstättenverordnung ist ein Telearbeitsplatz ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich, für den eine wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung vertraglich vereinbart sind — in diesem Fall muss der Arbeitgeber die nötige Büroausstattung, also auch einen ergonomischen Stuhl, bereitstellen und die Kosten tragen. Beim mobilen Arbeiten, also dem freiwilligen oder gelegentlichen Arbeiten von zu Hause ohne diese feste Vereinbarung, findet die Arbeitsstättenverordnung dagegen keine Anwendung — eine gesetzliche Pflicht zur Ausstattung besteht dann nicht, auch wenn manche Arbeitgeber aus Fürsorge trotzdem einen Zuschuss zahlen.
In der Praxis bedeutet das: Wer nur gelegentlich oder ohne festen Telearbeitsvertrag von zu Hause arbeitet, ist für den eigenen Bürostuhl in der Regel selbst verantwortlich. Genau diese Zielgruppe adressiert dieser Ratgeber.
| Modell | Preis | Am besten für |
|---|---|---|
| SIHOO Doro C300 | ca. 210–290 € | Beste Balance aus Ergonomie und Preis, aktuell günstigster Einstieg |
| Hbada E3 Air | ab ca. 329 € | Verstellbare Lordosenstütze, kompakte Grundfläche |
| FlexiSpot BS11 Pro | ca. 300–470 € | Maximale Verstellbarkeit, bis 350 kg belastbar |
Steuerlich absetzen: was du zurückholen kannst
Ein Bürostuhl zählt als Arbeitsmittel und lässt sich in der Steuererklärung geltend machen — unabhängig davon, ob du ein anerkanntes häusliches Arbeitszimmer hast, und zusätzlich zur Homeoffice-Pauschale von 6 € pro Homeoffice-Tag (maximal 1.260 € im Jahr, entspricht 210 Tagen). Kostet der Stuhl bis zu 952 € brutto, gilt er als geringwertiges Wirtschaftsgut und lässt sich im Kaufjahr sofort voll absetzen; teurere Modelle wie Chefsessel-Klasse werden über die gewöhnliche Nutzungsdauer von 13 Jahren abgeschrieben. Alle drei hier empfohlenen Modelle liegen deutlich unter der 952-€-Grenze und lassen sich damit direkt im Kaufjahr komplett absetzen.
SIHOO Doro C300
- Adaptive Lordosenstütze (Domino-Mechanik), passt sich automatisch der Rückenbewegung an.
- Laut Hersteller bis 150 kg belastbar, über der DIN-EN-1335-Standardklasse von 110 kg.
- Netzrücken und Netzsitzfläche — geeignet für den Dauereinsatz über den ganzen Arbeitstag.
Was im Homeoffice anders ist als im Büro
Im klassischen Büro übernimmt meist die Facility-Abteilung die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes und wählt Stühle nach einheitlichen Vorgaben aus. Im Homeoffice fällt diese Kontrolle weg — du musst selbst darauf achten, dass die Grundausstattung stimmt: eine nach DIN EN 1335 zwischen 40 und 52 cm verstellbare Sitzhöhe, eine Lordosenstütze und mindestens 110 kg Belastbarkeit (Standardklasse). Details zur richtigen Einstellung findest du in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Zwei weitere Punkte werden im Homeoffice häufig übersehen: die Stellfläche — in kleineren Arbeitszimmern oder Wohnungsecken lohnt sich ein kompakteres Modell ohne breit auslegende Armlehnen — und die Bodenrollen. Homeoffice-Böden sind deutlich häufiger Parkett oder Laminat statt Teppichboden wie im Büro; ohne die passenden weichen Rollen (Typ W statt Typ H) drohen Kratzer. Mehr dazu in unserem Ratgeber Bürostuhl-Rollen für Parkett; steht dein Schreibtisch dagegen auf einem dicken, hochflorigen Teppich, findest du die passende Lösung in unserem Ratgeber Bürostuhl auf Teppich.
Hbada E3 Air
- Verstellbare Lordosenstütze — ungewöhnlich in dieser Preisklasse.
- Netzbezug für bessere Luftzirkulation bei langen Sitzzeiten.
- Kompakte Grundfläche, gut geeignet für kleinere Arbeitszimmer.
Wer regelmäßig mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat, findet in unserem Ratgeber Bürostuhl bei Rückenschmerzen eine gezielte Auswahl. Und wer maximale Verstellbarkeit und höhere Belastbarkeit sucht, etwa für den Dauereinsatz über viele Jahre, findet im FlexiSpot BS11 Pro mit bis zu 350 kg Belastbarkeit die robustere Alternative. Sitzt du im Vollzeit-Homeoffice besonders viele Stunden am Stück, lohnt sich außerdem ein Blick auf unseren Ratgeber Bürostuhl für 24-Stunden-Betrieb, der den Unterschied zwischen intensiver Dauernutzung und echtem Schichtbetrieb erklärt.
Fazit
Im Homeoffice bist du in den meisten Fällen selbst für deinen Bürostuhl verantwortlich — nur beim vertraglich fest vereinbarten Telearbeitsplatz ist der Arbeitgeber gesetzlich in der Pflicht. Die gute Nachricht: Als Arbeitsmittel lässt sich der Stuhl unabhängig von der Homeoffice-Pauschale von der Steuer absetzen, und bei Preisen unter 952 € sofort im Kaufjahr. Für die meisten Budgets ist der SIHOO Doro C300 die beste Wahl; einen vollständigen Marktüberblick bietet unser Test der besten ergonomischen Bürostühle. Nutzt auch dein Kind den gleichen Schreibtisch mit, etwa für Hausaufgaben oder Homeschooling, lohnt sich ein Blick auf unsere Übersicht zum Schreibtischstuhl — dort erklären wir, warum Kinderstühle einer eigenen Norm (DIN EN 1729) statt der Büro-Norm DIN EN 1335 folgen.
Zuletzt aktualisiert: 27.09.2026 — Preiskorrektur: Das Hbada-E3-Basismodell (früher ca. 160–200 €) ist regulär kaum noch lieferbar, aktuelle Einstiegsvariante ist der Hbada E3 Air ab ca. 329 € — damit ist der SIHOO Doro C300 (210–290 €) inzwischen die günstigere Wahl der beiden. Homeoffice-Pauschale (6 €/Tag, max. 1.260 €/Jahr, 210 Tage) und die 952-€-GWG-Grenze für 2026 weiterhin unverändert.